Energetisches Recycling

Wie Reststoffe Kraftwerke optimieren

 

Zu Beginn der Jahrtausendwende fand in Deutschland ein starker Ausbau von Biomasse- Heizkraftwerken (BMHKW) statt. Insbesondere die mit dem anspruchsvollen Brennstoff Altholz befeuerten Anlagen gingen größtenteils in den Jahren 2000 bis 2006 in Betrieb. Altholz ist ein Reststoff, der nicht mehr der Wertschöpfungskette, z. B. als Möbelstück, zugeführt werden kann, aber aufgrund seines hohen Heizwertes großes Potential als regenerativer Energieträger hat. Die Stromwandlung aus Biomasse macht bereits jetzt über 7 % des Strommix in Deutschland aus. Wie viele andere Anlagen aus dem Umfeld der erneuerbaren Energien profitieren auch BMHKWs von Förderleistungen für die regenerative Energiebereitstellung. Aufgrund der Fördermechanismen stellt die Grundlastfahrweise bisher für die Anlagen das Optimum dar. Für viele dieser Anlagen beginnt aufgrund ihres Alters das letzte Quantil der EEG-subventionierten Stromförderung.

Zukünftig werden neue Betriebsfortführungskonzepte und -strategien nötig sein, um zusätzliche Erlöspotentiale auszuschöpfen. Eine flexibilisierte Anlagenfahrweise muss in Betracht gezogen werden, ebenso wie Möglichkeiten zur Erweiterung des Brennstoffspektrums. Die Verwertung bisher nicht berücksichtigter Reststoffe bietet sich an, die, aufgewertet mit Zuschlagsstoffen zur Emissionsverbesserung, als innovativer Substitutionsbrennstoff in Frage kommen.

Hier setzt das Forschungsprojekt „Briketts aus biogenen Reststoffen zur Optimierung des Brennstoffmix in großtechnischen Verbrennungsanlagen“ – kurz BriMix – an. Gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beschäftigt sich die Arbeitsgruppe um Prof. Christian Gierend seit Sommer 2017 mit der Entwicklung praxistauglicher Brennstoffmischungen.

Für dieses Projekt werden Reststoffe genutzt, die bei der Verarbeitung von Lebensmitteln anfallen. Diese können der Wertschöpfungskette nicht mehr, oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zugeführt werden. Die schwer handhabbaren Reststoffe können nur bedingt zwischengelagert und genutzt werden. Dies steht im Kontrast zum Wunsch, unsere Ressourcen effizient und verantwortungsvoll zu nutzen. 20 % der überlassungspflichtigen Siedlungsabfälle entstammen der biogenen Fraktion; überlagerte Lebensmittel sind darunter zusammengefasst.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel