Starthilfe für Startups

Teil III: ODION GmbH

 

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind Herausforderungen, vor denen der Mittelstand heute steht und erst wenige Antworten hat. Viele kleine und mittelständische Unternehmen, die noch mit Excel ihre Unternehmensabläufe managen, stoßen an ihre Grenzen. Excel ist nicht Industrie 4.0-tauglich. ODION liefert eine durchgängige IT-Plattform zum Umstieg in die digitalisierte Welt und verfolgt dabei einen neuen Ansatz.

Viele KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) haben Scheu vor der Einführung von Unternehmenssoftware – insbesondere von komplexen ERP-Systemen und Industrie 4.0 Anwendungen. Das ist nachvollziehbar, denn klassische Ansätze verlangen gleich zu Beginn hohe Lizenzgebühren, ohne dass eine Anpassung oder Schulung stattgefunden hat. Dabei sind gerade Letztere notwendig, damit individuelle und flexible Prozesse, wie sie vor allem im industriellen Mittelstand zu finden sind, optimal unterstützt werden. Die Qualifizierung der Mitarbeiter spielt in der Digitalisierung eine zentrale Rolle, kommt durch das begrenzte Budget aber oft zu kurz. Moderne Systeme sind zwar modular aufgebaut, aber mit jedem Modul potenzieren sich die Kosten. Dies kommt bei proprietären Schnittstellen und herstellerspezifischen Lösungen der Industrie 4.0 noch mehr zum Tragen.

Der neue Ansatz von ODION:
KMU zahlen nur für den direkten Nutzen durch Anpassung, Schulung und Support, nicht für Lizenzen pro Modul oder Nutzer. Der Mittelständler kann entweder Kosten sparen oder bei gleichem Budget das System optimal auf seine Bedürfnisse und Prozesse anpassen bzw. die Mitarbeiter besser schulen.Neben dem Kosten-Nutzen-Verhältnis profitiert er zudem von einer höheren Flexibilität aufgrund der offenen und erweiterbaren Architektur.

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ODION greift dabei auf Open-Source- Softwarebausteine zurück und kann deshalb von der Entwicklercommunity profitieren. Das wiederum verspricht hohe Leistungs- und Zukunftsfähigkeit. 10 Produktivinstallationen sind bereits durchgeführt. Zurzeit betreut ODION drei weitere Neukunden und kooperiert mit fünf Lösungspartnern.

Historie

Die Idee entstand am Institut für Industrieinformatik und Betriebsorganisation (ibo) an der htw saar während eines vom Land geförderten F&E-Projekts.

Das Forscherteam unter Leitung von Prof. Oetinger erkannte früh den Nachholbedarf von KMU bei der Digitalisierung. Aus diesem Bedarf heraus wurde untersucht, ob und wie weit sich Open-Source-Software für die Nutzung in betriebswirtschaftlichen und technischen Anwendungen eignet.

Daraufhin wurde ein Prototyp mit mehreren KMU aus der Region entwickelt und Praxistests unterzogen. Der Markteintritt wurde seit 2016 mit Hilfe eines EXIST-Gründerstipendiums vorbereitet. Die Gründung erfolgte im April 2017.

Foto: Das Management-Team von ODION; hinten v. li. n. re.: Thomas Butterbach (kaufmännischer Geschäftsführer), Jörg Federspiel (Leitung Entwicklung) Prof. Dr. Oetinger (Beirat), Meike Hofmann (Leitung Marketing und Vertrieb); vorne v. li. n. re.: Thorsten Hey (Leitung Forschung und Innovation), Malte Jacobi (technischer Geschäftsführer)