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Forschungsprofil

Benötigen Fachhochschulen ein wissenschaftliches Profil?

Ist wissenschaftliche Profilbildung als weiterer Versuch zu verstehen, es den Unis gleich zu tun oder sind die Hochschulen gar Opfer einer zumeist kurzlebigen Begriffskonjunktur?

Nein. Längst ist das Leistungsprofil einer Fachhochschule nicht mehr Ausdruck einer funktionalen Rollenverteilung zwischen Hochschultypen, vielmehr ist es die angemessene Reaktion auf ein erweitertes Aufgaben- und Anforderungsspektrum in der deutschen Hochschullandschaft.

Die Hochschulen tragen zur Lösung dringlicher gesellschaftlicher Aufgaben bei, sichern den Fachkräftenachwuchs, treiben die Regionalentwicklung voran, setzen Forschungsergebnisse gemeinsam mit Partnern der Wirtschaft in markfähige Innovationen um, heben Bildungspotentiale aus hochschulfernen Schichten, steigern die Kompetenzprofile von Nicht-Akademikern über Weiterbildungsangebote und stärken das zivilgesellschaftliche Engagement.

Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Wandels wird deutlich, dass keine Einzelinstitution in der Lage ist, das oben skizzierte Anspruchsprofil auf Dauer, vollständig und auf international hohem Niveau abdecken zu können. Dies kann nur Aufgabe des gesamten Hochschulsystems sein. Entsprechend befindet sich die deutsche Hochschullandschaft seit ca. 10 Jahren in einem Prozess der Ausdifferenzierung, in der alle Hochschulen gehalten sind, Kernaufgaben zu definieren, Schwerpunkte zu setzen und Ressourcen individuell und zielgerichtet einzusetzen. Regionale Aspekte und der demografische Wandel spielen dabei eine bedeutsame Rolle.

Die Ausrichtung der Hochschulen mit einem Fokus auf strategischen Kompetenzbereichen führt zum gewünschten Ergebnis, dass Hochschulen individuelle Profile ausbilden und damit ihre individuellen Stärken und Besonderheiten sichtbar machen.

 

Historie

 

Strukturmerkmale der htw saar

  • Die htw saar ist Pionier der deutschen Fachhochschulforschung
    1989 wurde an der Hochschule das Modellvorhaben „Stimulierung anwendungsbezogener Forschung an Fachhochschulen (SAFF)“ der Bund-Länder-Kommission durchgeführt. Das im Rahmen dieses Vorhabens entstandene Organisations- und Handlungsmodell der htw saar wurde zur Grundlage des Förderprogramms „Förderung an Fachhochschulen“ des BMBF, das bis heute Bestand hat.

  • Die Drittmittelquote weist uns seit Jahren als eine der führenden Hochschulen in Deutschland aus

    Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

  • Unser anwendungsorientiertes Erfahrungs- und Handlungswissen schließt Erkenntnisse der Grundlagenforschung ein. Ziel ist die Gewinnung wissenschaftlicher Lösungen für konkrete Herausforderungen in Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft.
    Zu diesem Zweck wurde 1985 das Institut für Technologietransfer (FITT gGmbH) an der htw saar gegründet. Gegenwärtig bearbeitet die Gesellschaft rund 100 Projekte mit 90 FITT-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern, die wissenschaftlich von über 60 Professorinnen und Professoren der htw saar geleitet werden. Ca. 50 Prozent der Drittmittel der Hochschule werden über das Technologietransfer-Institut abgewickelt.

  • Zur nachhaltigen Stimulierung der Forschung und Forschungsstrukturen etabliert die Hochschule wichtige kritische Ressourcen
    Dazu zählt u.a. der anhaltende Ausbau eines Verfahrens zur internen Forschungsförderung, die jährlich etwa vier Prozent des Gesamthaushaltes ausmacht. Daneben liegt ein Fokus auf der Intensivierung gemeinsamer Forschungsvorhaben im Rahmen internationaler und nationaler Hochschulkooperationen und die stetige Verzahnung mit anderen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ein erweitertes Team unterstützt den Prorektor für Forschung und Wissenstransfer bei der Akquisition von Forschungsmitteln, beim Projekt- und Personalcontrolling und der Evaluation von Forschungsaktivitäten.

  • Das herausragende internationale Netzwerk der htw saar ist Teil unserer Geschichte und Lage
    Nicht nur die Lage im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg und die wechselvolle Geschichte des Saarlandes prägen die interkulturelle Hochschulstruktur und -kultur an der htw saar. Vor allem die Dynamik des sozialen Wandels und die Globalisierung der Lebenswelten erfordern wachsende interkulturelle Kompetenzen. Das 1978 gegründete Deutsch-Französische Hochschulinstitut für Technik und Wirtschaft (DFHI) bzw. Institut Supérieur Franco-Allemand de Techniques d´Economie et de Sciences (ISFATES) ist ein gemeinsames Institut der htw saar und der Université de Lorraine. Sie ist die älteste und hinsichtlich des Studienangebots und der Absolventenzahlen die größte deutsch-französische Hochschulkooperation. Gezielt bauen wir grenzüberschreitende Forschungsaktivitäten aus, vornehmlich in der Region Lothringen und Luxemburg. Forschungsbeirat und Wissenschaftlicher Beirat sind international besetzt; auf diese Weise sichern wir die fachliche und wissenschaftliche Arbeit auf einem international konkurrenzfähigen Niveau.

 

 

Gutachten des Wissenschaftsrates 2014

Der Wissenschaftsrat ist das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland. Er berät die Bundesregierung und die Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung.

Am 24. Januar 2014 stellte der Wissenschaftsrat seine Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Saarlandes vor.

Zur htw saar äußerte sich der Wissenschaftsrat dahingehend,

  • dass er der Hochschule bescheinigt, eine bemerkenswert hohe Leistungsstärke und ein großes Entwicklungspotenzial zu haben. In seinen Empfehlungen führt das höchste wissenschaftliche Gremium an, dass die htw saar ihre Aufgaben als Fachhochschule sehr gut erfüllt und grundsätzlich forschungsstark ist. Die Drittmitteleinnahmen je Professur seien im Vergleich der Fachhochschulen bemerkenswert hoch. Wissenstransfer und Vernetzung mit der Region gelängen im Vergleich der saarländischen Hochschulen insbesondere durch das Institut für Technologietransfer (FITT),

  • dass er das Deutsch-Französische Hochschulinstitut (DFHI/ISFATES) als Alleinstellungsmerkmal der htw saar bewertet, das vom Land stärker hervorgehoben werden sollte,

  • und dass darüber hinaus die htw saar eng mit der regionalen Wirtschaft verknüpft sei. Sie bilde sowohl breit als auch mit gezielten Spezialisierungen für den regionalen Arbeitsmarkt aus. Die Qualität des Studienangebots in den Ingenieurwissenschaften sei hervorragend und entspräche dem Bedarf in der Region. Der Vorschlag, gemeinsam mit der Universität des Saarlandes eine Business School aufzubauen, spricht für die Stärke der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der htw saar. Ebenso werden die Fakultät für Sozialwissenschaften und die Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen als sehr leistungsstark bewertet.

Der Wissenschaftsrat empfiehlt der htw saar eine konsequente Profilierung in Lehre und Forschung. Spezialisierung und Ausrichtung der Studiengänge sollten insgesamt überprüft werden. Die Forschung sollte gezielt auf Schwerpunkte ausgerichtet werden, mit dem Ziel, der überregionalen Sichtbarkeit und internationalen Attraktivität der Studienangebote und ein klares Profil in der anwendungsorientierten Forschung.“

 

Das komplette Gutachten finden Sie hier (PDF)


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Historie
Strukturmerkmale der htw saar
Gutachten des Wissenschaftsrates 2014

 

Kontakt:

Dipl. Wirt.-Ing., Dipl. Päd. Franziskus Sauer

htw saar
Goebenstraße 40
66117 Saarbrücken
Referent des Vizepräsidenten für Forschung und Wissenstransfer
Raum 2215
t +49 (0) 681 58 67 - 285