Mobilität durch grenzüberschreitende Projekte in der Großregion

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) hat gemeinsam mit dem Conservatoire National des Arts et Métiers (Cnam), der Hochschule Kaiserslautern und dem lothringischen Technologietransfer-Institut „Institut Supérieur Européen de l’Entreprise et de ses Techniques“ (ISEETECH) ein mit Interreg-Mittel gefördertes Projekt ins Leben gerufen: MobiPro.GR. Ziel ist es, die grenzüberschreitende berufliche Mobilität von Studierenden in Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Großregion zu erhöhen. Dies soll insbesondere durch Praxis- und Studienprojekte erfolgen.

Die Auftaktveranstaltung „MobiPro.GR – eine Initiative zur Förderung der grenzüberschreitenden Kooperation Unternehmen – Hochschulbildung“ findet am 25. April 2017 in Forbach statt. Sie sind herzlich dazu eingeladen: Weitere Informationen und Anmeldung zur Veranstaltung

Die Projekt-Partner arbeiten an einer besseren Abstimmung zwischen Bildungseinrichtungen, Studierenden und der regionalen Wirtschaft sowie an der Entwicklung beruflicher und interkultureller Kompetenzen der beteiligten Personen. Dafür sieht MobiPro.GR verschiedene Maßnahmen vor:

Grenzübergreifende Praxis und Studienprojekte

Studierende aller Fakultäten der beteiligten Hochschulen können über MobiPro.GR gemeinsame Studien-, Projekt- oder Abschlussarbeiten verfassen – etwa im Rahmen eines grenzüberschreitenden Praktikums. Sie gewinnen so Erfahrungen im internationalen Projektmanagement. Eine gute Basis für ihre zukünftige berufliche Mobilität.

Mit einzelnen grenzübergreifenden Studienleistungen senkt das Projekt zudem die Hürden, die vor einem „echten“ Auslandsaufenthalt abschrecken. So können mehr und weniger mobile Studierende erreicht werden - Internationalisierung (fast) zu Hause.

Erweiterung der ISEETECH-Projektausschüsse auf das Grenzgebiet

Die ISEETECH-Projektausschüsse arbeiten im Département Moselle mit Vertretern aus Berufsbildung, Wirtschaft sowie Politik, Kammern und Verbänden zusammen, um Wissenstransfer zu ermöglichen. Die im Rahmen von MobiPro.GR zu erprobenden grenzübergreifenden Projektausschüsse sollen eine Verbindung zwischen KMU und Hochschulen etablieren um einen nachhaltigen Wissens- und Technologietransfer sicherzustellen. Ob dieses Konzept auch in der Großregion funktioniert oder modifiziert werden muss, wird sich im Laufe des Projektes herausstellen. Neben der Sprache werden vor allem kulturelle Unterschiede – bspw. in der Arbeitsweise – herausfordernd sein.

 

Online-Arbeitsplattform zur grenzüberschreitenden Kooperation

Die physische Mobilität wird über eine Online-Plattform um eine virtuelle Zusammenarbeit ergänzt. Das vereinfacht die grenzübergreifende Kooperation und minimiert Mobilitätshindernisse. In geschützten virtuellen Projekträumen können deutsche und französische Studierende mit Unternehmen gemeinsame Projekte vertraulich bearbeiten.

Wissenstransfer ist die Voraussetzung für gute Lehre, Forschung und Innovation. MobiPro.GR trägt zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität bei und macht den großregionalen Arbeitsmarkt durchlässiger. Aus der stärkeren Arbeitsmarktmobilität ergibt sich eine verbesserte Beschäftigungsfähigkeit. Davon profitieren die Menschen und Unternehmen im Grenzgebiet: Fachkräfte werden für die Region gesichert und deren Attraktivität erhöht. Das Projekt leistet zudem einen Beitrag zur Gestaltung von Lebens- und Arbeitsräumen der Zukunft  unter Berücksichtigung von Digitalisierung und Internationalisierung der Hochschullandschaft.

Was ist Interreg?

Quelle: http://www.interreg.de/INTERREG2014/DE/Interreg/WasistINTERREG/wasistinterreg-node.html

Interreg, oder wie es offiziell heißt, die "europäische territoriale Zusammenarbeit", ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 20 Jahren werden damit grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel im Verkehr, beim Arbeitsmarkt und im Umweltschutz. Interreg wird in drei Schwerpunkten (sogenannten Ausrichtungen) umgesetzt:

-          grenzübergreifende Zusammenarbeit (Ausrichtung A): Weiterentwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit in benachbarten Grenzregionen

-          transnationale Zusammenarbeit (Ausrichtung B): Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und kommunalen Partnern in transnationalen Kooperationsräumen, um die territoriale Integration dieser Räume zu erhöhen

-          interregionale Zusammenarbeit (Ausrichtung C): Kooperationsnetze und Erfahrungsaustausch, um die Wirksamkeit bestehender Instrumente für Regionalentwicklung und Kohäsion zu verbessern.