htw saar forscht an der Blaupause für die Energiewende mit

Am 24. Januar 2017 fand das Kick-Off-Treffen für das Energiewendeprojekt „Designetz“ statt. Ziel der 46 Projektpartner ist es, eine Blaupause für die Energiewende zu entwickeln. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) steuert rund 30 Mio. Euro Fördermittel zu. Insgesamt beläuft sich das Projektvolumen auf rund 66 Mio. Euro. 700.000 Euro davon fließen an die Forschungsgruppe um Prof. Dr.-Ing. Michael Igel und Prof. Dr.-Ing. Stefan Winternheimer der htw saar.

In den nächsten vier Jahren wird die Forschungsgruppe ihre Kompetenz in den Arbeitspaketen Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) und Elektrische Netze einbringen. Igel: „Wissenschaft und Forschung zusammen mit dem Engagement und der Begeisterung unserer Studierenden generiert Innovationen zum Gelingen der Energiewende. Als saarländische Hochschule leisten wir damit eine wichtigen Beitrag, dass die Stromversorgung von uns allen durch Wind und Sonne sicherer wird.“

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Rainer Baake, gab im Dezember den Startschuss für fünf Modellregionen, in denen die Energieversorgung der Zukunft erforscht werden soll im Rahmen des Förderprogramms „SINTEG: Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“. Es ist eine bislang einzigartige Forschungsoffensive zur Umsetzung der Energiewende.

„Designetz – Baukasten für die Energiewende, von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft“ ist ein stark anwendungs- und umsetzungsorientiertes Forschungsprojekt, das sich über die drei Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland erstreckt, eine Region, in der es regional große Überschüsse Erneuerbarer Energie gibt aber auch großen Energiebedarf in hochindustriellen Ballungszentren (Verbrauchszentren). Hier leben rund 22 Millionen Menschen, also etwa ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands, ein Umstand, der Designetz zu einer Blaupause der Energiewende werden lässt.

Designetz ist ein Konsortium aus 46 renommierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen und wird geführt von der innogy SE. Das Saarland ist neben der htw saar u.a. mit der Hager Group, der Scheer GmbH, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, der Universität des Saarlandes und den Stadtwerken Saarlouis GmbH in diesem Konsortium stark vertreten. Vertreter des Konsortialführers im Saarland ist die VSE AG.

Im Projekt Designetz sollen Antworten auf viele noch offene Fragen der Energiewende erarbeitet werden. Denn, auch die großen Anteile dezentraler Erzeugung regenerativer Energie aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse, müssen in ein stabiles Versorgungsnetz eingebunden werden. Das ist hochkompliziert, da die Sonne bekanntlich nicht immer scheint und auch der Wind nicht verlässlich weht. Erzeugung und Verbrauch in einem stabilen Gleichgewicht zu halten und damit die Versorgungssicherheit für Strom zu gewährleisten, das ist eine der ganz großen Herausforderungen der Zukunft.

Designetz wird das technisch bislang umfassendste Demonstrationsprojekt zur Integration erneuerbarer Energien in das Versorgungssystem. Es geht ganz konkret darum, real zu demonstrieren, wie intelligente Netze mit einer Einspeisung von zeitweise mehr als 100% erneuerbarer Energien eine sichere und effiziente Energieversorgung gewährleisten und welche Konzepte und Technologien hierfür eingesetzt werden können. In den drei beteiligten Bundesländern geht es auch darum, den Strombedarf der Ballungszentren mit der Erzeugung im ländlichen Raum in Einklang zu bringen und lokale Lösungen intelligent zu vernetzen.