Unternehmer für 8 Wochen
„5 Euro StartUp“ der htw saar macht Studierende zu Unternehmern auf Probe

Die eigene Geschäftsidee mit viel Coaching und ohne Risiko verwirklichen? 17 Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) nutzten dazu im Wintersemester 2016/17 das Projekt „5 Euro StartUp“. Mit einem symbolischen Startkapital von fünf Euro haben sie in einem Semester ein eigenes Unternehmen geplant, aufgebaut und am Markt getestet. Die htw saar führt diesen Praxiswettbewerb in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) durch.

Prof. Dr. Stefan Georg zum Konzept: „Wir wollen getreu dem Leitbild unserer Hochschule mehr als nur Wissen vermitteln. Mit dem „5 Euro StartUp“ können Studierende aller Studienrichtungen auf realistische Weise ihr unternehmerisches Denken und Handeln schulen. In einem Team gemeinsam eine Geschäftsidee verwirklichen, Pläne aufstellen, sie verfolgen und umsetzen, dabei Durststrecken und Konflikte erfolgreich bewältigen – das alles hilft, den eigenen Charakter zu formen und zu stärken.“

Fünf Teams wagten es, ihre Ideen auszuprobieren, und gründeten jeweils ihre Firma. Seit Mitte Dezember befanden sie sich nach einer mehrwöchigen Theoriephase mit ihrem Unternehmen am echten Markt. Ende Januar haben sie die Geschäftstätigkeit beendet und einen Geschäftsbericht abgegeben. Praktisches Feedback zu allen Fragen der Unternehmensführung erhielten die Studierenden von ihren Coaches, erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Saarland. Diese teilten ihre Erfahrungen aus dem gelebten Unternehmensalltag mit den Teams.

In den letzten Wochen tüftelten alle Studierendenteams an ihren Geschäftsideen. Viel Arbeit liegt hinter ihnen: Von der Prototyperstellung über die Finanzierung und das Marketing bis hin zum Verkauf mussten sie viele Entscheidungen treffen. Ihre ersten Schritte unternehmerischen Denkens und Handelns haben sie erfolgreich gemacht – und stellten am 6. Februar 2017 in der Sparkasse Saarbrücken ihre Projekte vor. Auf einem Marktplatz bewerteten die Juroren die Vorstellung der Projektideen, in den anschließenden Kurzpräsentationen zeigten die Studierenden ihren Unternehmergeist und ihre Innovationskraft. Zusammen mit dem Geschäftsbericht bot sich den Juroren ein rundes Bild der unternehmerischen Leistungen.

Die Sparkasse Saarbrücken und die Saarländische Investitionskreditbank (SIKB) unterstützen das Projekt der htw saar von Beginn an. Die Studierenden konnten in allen Phasen des Projektes auf das umfassende Know-how beider Institute zurückgreifen. Mit Prämien von insgesamt 1.000 Euro für das beste Marketingkonzept motivieren die Sparkasse Saarbrücken und die SIKB die Teams. Zusätzlich vergibt die Sparkasse Saarbrücken je 500 Euro für den besten Geschäftsbericht und die beste Idee. Die SIKB lobt darüber hinaus einen Innovationspreis, ebenfalls in Höhe von 500 Euro, aus. Und dies sind die Gewinner:

Bestes Marketing: Team „X-Bier-ience“, Hannah Dickert, Nina Groß, Lara Schönbrunn, Florian Dietrich

Innovationspreis: Team „Here-I-am“, Jasmin Bianca Rankl, Maximilian Becker, Domenic Bier, Carmelo Contarini

Beste Geschäftsidee: Team „8Cube“, Jan Christmann, Christian Meyer, Jonas Ruppel, Anton Schwenk

Bester Geschäftsbericht: Team „X-Bier-ience“/Team „Here-I-am“

Es ist nicht wirklich wichtig, welches Team am Ende gewonnen hat. Alle Teilnehmenden haben gelernt, dass theoretisches Wissen eine gute und wertvolle Basis darstellt, die Realität jedoch mit unerwarteten Details aufwartet. Die Studierenden konnten herausfinden, wie teamfähig sie tatsächlich sind und ob sie sich als Chef oder Chefin eignen. Beides sind wichtige Kompetenzen, die in der Arbeitswelt – ob Angestellter oder Selbstständiger – nachgefragt sind.

Team „X-Bier-ience“ (Hannah Dickert, Nina Groß, Lara Schönbrunn, Florian Dietrich), das den Preis „Bestes Marketing“ errang, umrahmt von Vertretern der Kooperationspartner und der htw saar*

Hintergrund: Die Finalisten-Teams und ihre Geschäftsideen

Team „Teller to go“

Robin Blank und Dominik Kneip

Nicht immer sind Besteck und Teller zur Hand, wenn sich der Hunger meldet. Damit Studierende ihre Brötchen nicht mehr mit dem Geo-Dreieck aufschneiden müssen, hat das Team ein rollbares Mäppchen entwickelt. Es enthält einen integrierten Teller und Besteck; beides lässt sich nach dem Gebrauch leicht und platzsparend verstauen. Eine weitere mögliche Zielgruppe sind Backpacker, bei denen jedes Gramm Gewicht zählt.

Team „OrgaMe“

Rebar Cakir, Dominic Schönherr, Patric Schu

Das Team bringt mit seinem Produkt Übersicht in die eigene Terminplanung. Auf einer magnetischen Einlegeseite für den Kalender soll der Nutzer alle für ihn wichtigen Termine und Themen auf einen Blick zusammenstellen. Je nach persönlicher Vorliebe kann er aus verschiedenen Add-ons wie Wochenübersicht, Geburtstage, Memo, Adressen usw. wählen und sich seine individuelle Übersicht der wichtigsten Punkte auf einer Seite zusammenstellen.

Team Here-I-am

Jasmin Bianca Rankl, Maximilian Becker, Domenic Bier, Carmelo Contarini

Wer kennt das nicht: Im Gedrängel des Weihnachtsmarktes oder auf einem Festival verliert man seine Begleitung aus den Augen. Mit einem kleinen Armband schafft das Team Abhilfe – unkompliziert und unabhängig vom Mobilfunk-Netz. Ein kleines Sender-/Empfänger-Modul im Armband oder im Anhänger zeigt an, wie weit weg und in welche Richtung sich der jeweils andere befindet. Auch bei Familienausflügen, Shopping-Touren in großen Kaufhäusern, Kindergeburtstagen oder anderen turbulenten Ereignissen sorgt das kleine Armband dafür, dass sich niemand mehr sorgen muss.

Team „8Cube“

Jan Christmann, Christian Meyer, Jonas Ruppel, Anton Schwenk

Das Team will alten Dingen ein neues Leben einhauchen und damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Aus alten Wein- und Zigarrenkisten bauen sie neuartige Möbel. Acht gleich große Würfel werden so miteinander verbunden, dass der Tisch individuell und je nach Wohnsituation als Loungemöbel oder als kompakter Esstisch genutzt werden kann.

Team „X-Bier-ierence“

Hannah Dickert, Nina Groß, Lara Schönbrunn, Florian Dietrich

Flaschenöffner und -verschluss in einem Gerät zusammenzubringen, und das in einem ansprechenden Design, hat sich dieses Team zum Ziel gesetzt. Dabei konzentrieren sich die Teammitglieder auf Flaschen mit Kronkorken, denn die bleiben oft nach dem Öffnen unverschlossen, was gerade im Sommer mit vielen Bienen und Wespen den Genuss vermiesen kann.