Was es nicht alles gibt - zu Besuch auf der Erfindermesse der htw saar

Erfinder stellt man sich meist als ältere Herren mit weißem Kittel und grauen zerzausten Haaren vor. Und mit Erfindungen verbindet man, wohl geprägt durch diverse Comics, skurrile Geräte, die Krach machen und nach einer Weile auseinander fallen.

Auf der Erfindermesse „Konstrukta“ der htw saar am 25. Oktober 2014 suchte man nach solchen Klischees vergebens. Sicherlich waren auch skurrile Erfindungen anzutreffen, aber die Erfinder(innen) von heute sind junge dynamische Studentinnen und Studenten - und das Einzige, was nach einer Weile auseinander fiel, war ein Apfel. Getroffen von einem Armbrust-Bolzen.

Aber der Reihe nach..

Wie jedes Jahr, wurden auch im Sommersemester 2014 im Rahmen der Lehrveranstaltung „Konstruktion“ mehrere Teams aus Studierenden gebildet, die zu bestimmten Vorgaben eigenständig Erfindungen entwickeln sollten. Insgesamt arbeiteten 80 Studierende der Elektrotechnik und des Maschinenbaus an 18 Projekten, beschafften Bauteile und warben mit Marketing-Strategien bei regionalen Unternehmen um Spenden. Dabei waren sie sehr erfolgreich, wie sich zeigte. Es kamen zahlreiche Sachspenden zusammen, wie z.B. hochwertige E-Motoren der Firma Siemens. Festo AG & Co. KG unterstützte die Studierenden sogar mittels Spendenkonto - so konnten Bauteile aus dem Firmensortiment im Wert von 5.000 Euro verbaut werden.

Von der Skizze bis zur technischen Umsetzung wurden die Studierenden von Prof. Dr.-Ing. Bernd Heidemann, Dipl. Ing. (FH) Daniel Kelkel und Dipl.-Ing (FH) Oliver Müller, M.Eng. betreut.

So manche Teams hatten bereits in den letzten Jahren Patent für ihre Erfindungen angemeldet. Auch dieses Jahr war ein ganz besonderer Prototyp entwickelt worden, der aufgrund des Patentrechts noch geheim gehalten werden muss. Alle anderen Prototypen erblickten schließlich am Tag der „Konstrukta“ am Campus Rotenbühl das Licht der Welt. Die Studierenden standen den Besucher(innen) der Messe Rede und Antwort.

Das Team „Precision Perforator“ z.B. stellte einen Locher vor, der zunächst wie ein handelsüblicher Büro-Locher aussieht. Die Innovation daran: Das Utensil besteht vollständig aus sehr leichtem Kunststoff und nimmt aufgrund seiner speziellen Form im ungenutzten Freiraum eines Büro-Ordners Platz. Leicht, unauffällig und trotzdem kann er es mit 10 Blatt Papier auf einmal aufnehmen.

Zwischen einem Schwenkautomaten, einer vollautomatischen Bierzapfanlage, einem selbst gebauten 3D-Drucker, einer neuartigen Handyhalterung für Outdoor-Aktivitäten und vielen anderen Exponaten befand sich auch die anfangs erwähnte Armbrust.

Das Team „HTWilhelm Tell“ hatte zur Berechnung des Biegevorgangs, der beim Spannen der Armbrust stattfindet, eigens eine Simulationssoftware geschrieben. Aufgrund der dynamischen Eigenschaften des gewählten Materials konnten die Studierenden die Form des sogenannten „Wurfarms“ perfekt anpassen. Dass die Armbrust auch wirklich schießen kann, konnten die Besucher(innen) am Schießstand gleich ausprobieren. Als Profis schossen die Erfinder selbst auch schon mal auf Äpfel, die bei einem Volltreffer, wie zu Tells Zeiten, in zwei Hälften zersprangen.

Draußen vor der Messe stand der firmeneigene Info-Truck von Festo, der als mobiler Ausstellungsraum Exponate des Unternehmens beherbergt. Was die neuesten technologischen Entwicklungen anbelangt, hatte man im Innern des Trucks das Ohr direkt am Puls der Zeit.

 

 

Artikel mit weiteren Exponaten unter www.bild.de

 


Eingereicht von:

Mike Herrmann, M.A.

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