SOL-Tag 2014

Die htw saar nimmt die Herausforderungen durch eine zunehmend heterogene Studierendenschaft ernst, indem sie neben der Schaffung bedarfsorientierter Unterstützungsmaßnahmen zur Steigerung des Studienerfolgs auch innovative didaktische Konzepte erprobt. Deshalb ist die htw saar neben der FH Ulm nun eine der Pilot-Hochschulen für die Implementierung des didaktischen Konzepts „Selbstorganisiertes Lernen nach Dr. Herold“ (SOL). 19 Dozierende aus allen vier Fakultäten und der zentralen Verwaltung haben sich im Juni 2013 auf den Weg gemacht, um mit diesem didaktischen Konzept neuen Schwung in die Hochschullehre zu bringen. Am „SOL-Tag 2014“, der am 21. Juli 2014 im Senatssaal des Campus Rotenbühl stattfand, wurden nun erste Erfahrungen in der Umsetzung ausgetauscht und weitere Dozierende geschult.

Die Geschäftsführerin des SOL-Instituts, Dipl.-Päd. Cindy Herold, führte zunächst in das SOL-Konzept ein. Grundlegend ist der Perspektivwechsel von den Desideraten der Lehrenden zu den Bedürfnissen der heterogenen Lerner(innen)schaft. Herold konnte, gestützt auf den Erkenntnissen lernpsychologischer und neuester neurobiologischer Forschung, herleiten, dass Lernen bedingt durch unterschiedliches Vorwissen ein stark individualisierter Prozess, und deshalb nicht synchronisierbar ist. „Das Gehirn lernt ein Leben lang, in der geeigneten Lernumgebung auch das richtige“: diese Erkenntnis weist den Dozierenden die neue Rolle als Gestalter(innen) einer anregenden Lernumgebung und als Lernbegleiter(innen) zu, mit dem übergeordneten Ziel des Erhalts und der Förderung der Lernlust. Dozierende können durch eine transparente Gestaltung und Aufbereitung der Gliederung, der Ziele und der Erwartungen den Lernern individuelle Orientierungshilfen zur Verfügung stellen, wie z.B. Kann-Listen und Punktekonto.

Der Prorektor für Studium und Lehre, Prof. Dr. Enrico Lieblang, konnte im Anschluss mit Dipl.-Päd. Herold Teilnahmebescheinigungen und SOL-Advancer® Zertifikate des SOL-Instituts an 15 Schulungsteilnehmer(innen) überreichen. Hervorzuheben ist das überdurchschnittliche persönliche Engagement der teilnehmenden Dozierenden. Die Zertifizierung zum SOL-Advancer® verlangt nämlich während der einjährigen Schulung, neben der Teilnahme an fünf intensiven Präsenztagen, die Erarbeitung eigener Veranstaltungskonzeptionen und Lehr-Materialien, die über die online-Plattform „SOL-Club“ eingereicht und positiv bewertet werden müssen.


Übergabe der SOL-Advancer® Zertifikate am SOL-Tag 2014 an der htw saar durch den Prorektor für Studium und Lehre, Prof. Dr. Enrico Lieblang (3.v.r.), und die Geschäftsführerin des SOL-Instituts, Dipl.-Päd. Cindy Herold (4.v.r.), an Dipl.-Ing. Bettina Schäfer, Prof. Ralf Rockenbauch, Dipl.-Inf. Achim Pick und Prof. Gudrun Djouahra (v.l.n.r.; nicht im Bild: Agnes Jasiok, M.A., Mirjam Philippi, B.A., Dipl. Soz. Mark Unbehend, Ulrike Reintanz).

Im zurück liegenden Jahr haben die Schulungsteilnehmer(innen) ganze Lehrveranstaltungen neu gestaltet oder zunächst einzelne Elemente implementiert und evaluiert. Um die Berichte über die ersten Erfahrungen bei der Umsetzung des Konzepts entspann sich ein Erfahrungsaustausch, der durch gezielte Fragen von Dozierenden und Gästen, die bisher nicht an der Schulung teilgenommen haben, sehr intensiv geführt wurde. Als förderlich für eine erfolgreiche Implementierung kristallisierte sich unter anderem heraus, dass die neue Lehrhaltung durch möglichst viele Dozierende gelebt werden muss. Erst dadurch kann das Konzept bei den Lerner(inne)n als Bereicherung empfunden und durch eine geschickte Arbeitsteilung zur Entlastung bei den Dozierenden führen. Hierbei sollte ein Team von Dozierenden aus Fachexpert(inn)en und Lernbegleiter(inne)n parallel (in Veranstaltungen des gleichen Semesters) und möglichst auch aufbauend (in nachfolgenden Semestern) das Konzept anwenden. Kann-Listen können als Orientierungshilfen dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn diese sich aus den Modulbeschreibungen ableiten und auf die Prüfung abgestimmt sind. Prozess- und Teilschritte können über ein selbst geführtes Punktekonto, dessen gewissenhafte Führung mittels Stichproben überprüft wird, in die Gesamtleistungsbewertung einfließen.

In der Schulung am Nachmittag konnten sich unter fachkundiger Begleitung von Dipl.-Päd. Herold elf Dozierende selbst Wissen über das SOL-Prinzip „Orientierung“ erarbeiten, indem sie SOL-Methoden anwendeten.

Die htw saar ist bemüht, die Weiterverbreitung und Verstetigung des SOL-Konzepts an der Hochschule voranzutreiben. Interessierte Dozierende sollten sich im ersten Schritt an ihre bereits geschulten Kolleg(inn)en wenden, um Grundzüge des SOL-Konzepts in Ausschnitten zu erlernen und gemeinsam zu erproben.

Unterstützt wurde die Durchführung der Schulung und des SOL-Tags durch das htw saar-Projekt „Optimierung des Studienerfolgs“, das im Rahmen des Bund-Länder-Programms Qualitätspakt Lehre gefördert wird.

 

Die neuen SOL-Advancer (Stand 21. Juli 2014) an der htw saar sind:

  • Prof. Dr. Gudrun Djouahra, Dipl.-Ing. Bettina Schäfer (Fakultät Architektur & Bauingenieurwesen)
  • Agnes Jasiok, M.A. (ZHV und SoWi), Mirjam Philippi, B.A., Dipl. Soz. Mark Unbehend (Fakultät für Sozialwissenschaften)
  • Prof. Dr. Ralf Rockenbauch (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
  • Dipl.-Inf. Achim Pick (Fakultät für Ingenieurwesen)
  • Ulrike Reintanz (ZHV)

 

Webseite des Qualitätspakt Lehre Projekts „Optimierung des Studienerfolgs"

Webseiten der internen Qualifikation

Webseiten des SOL-Instituts


Eingereicht von:

Dr. rer. nat. Markus Ehses

htw saar
Goebenstraße 40
66117 Saarbrücken
Gesamtprojektkoordinator "Optimierung des Studienerfolgs"; Koordinator Vorbereitungsstudium
Raum 8126
t +49 (0)681 5867-762
f +49 (0)681 5867-122