Tagung und Botschaftsempfang zum Jubiläumsabschluss der CDHAW

Der Newsletter der htw saar hält Sie immer auf dem Laufenden, was in und um die Hochschule herum passiert. Die htw saar ist seit 2010 Mitglied in der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW), die Mitte Januar 2015 das Jubiläumsjahr zum 10-jährigen Bestehen mit einer Tagung und einem Botschaftsempfang in Berlin abgeschlossen hat.

Seit 2004 hat die CDHAW erfolgreich die angewandte und praxisnahe Ausbildung im deutsch-chinesischen Kontext gestaltet und ein viel beachtetes Modell einer praxisorientierten Ingenieur(innen)ausbildung entwickelt. Über 120 Teilnehmer(innen) aus Hochschulen, Politik und Wirtschaft kamen daher am 8. Dezember 2014 in der Landesvertretung Baden Württemberg zusammen. Im vollbesetzten Tagungssaal wurde dieses Jubiläum zunächst in verschiedenen Grußworten von Vertreter(inne)n u. a. des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Partneruniversität Tongji (Shanghai) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gewürdigt.


Vordere Reihe, v. l. n. r.: Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard (Sprecher des Konsortiums), Prof. Dr. Wu Zhiqiang (Vizepräsident der Tongji-Universität), Dr. Christian Bode (DAAD-Beauftragter für die Chinesisch-Deutsche Hochschule), Prof. Feng XIAO (Direktor der CDHAW in Shanghai)
2. Reihe links: Prof. Dr. Hans W. Orth (Gesamtkoordinator CDHAW).

Im darauffolgenden Dialog zwischen Hochschulen und Industrie stand im Fokus, wie die Wirtschaft auf die Herausforderungen hinsichtlich der chinesisch-deutschen Fachkräftequalifizierung und -gewinnung reagiert und wie die CDHAW mit der praxisorientierten Hochschulausbildung den Anforderungen der Wirtschaft begegnet.

Mehrere Impulsvorträge gaben Einblicke in die konkrete Praxis der Personalentwicklung:

Bernd Schmitt (Vizepräsident HR bei Freundenberg SE) stellte die fokussierte Rekrutierungsstrategie eines großen mittelständischen Unternehmens dar. Patrick Kouam ist als Trainingsmanager bei Volkswagen in Peking den unterschiedlichen Qualifikationen begegnet, die deutsche und chinesische Jungingenieurinnen und Jungingenieure beim Berufseinstieg mitbringen. Eckbert Schwager (Delphi Deutschland) stellte die Anforderungen eines Automobilzulieferers an interkulturelle und integrierte Ausbildungsmodelle für Ingenieurinnen und Ingenieure heraus. Laut Dr. Peter Löffler (Vizepräsident bei Robert Bosch GmbH) fordern die Rahmenbedingungen - das Wachstum des chinesischen Marktes und die rasante technische Entwicklung - weitere Qualifikationen von den Absolvent(inne)n als ausschließlich Fachwissen, z.B. lebenslanges Lernen und interkulturelle Kompetenz.

Die Podiumsdiskussionen, unter anderem mit Beteiligung eines frisch promovierten Absolventen des ersten CDHAW-Jahrgangs und FENG Xiao, dem Direktor der CDHAW in Shanghai, ergaben wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der CDHAW, einem der größten transnationalen Bildungsprojekte innerhalb des DAADs.


Podiumsdiskussion mit den Vertretern von Wirtschaft und Hochschulen

Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard, Rektor der Hochschule Mannheim und Sprecher des Hochschulkonsortiums dankte in seinem Schlusswort auch den politischen Gremien für die zugesagte Fortsetzung der Förderung und ermutigte die Hochschulvertreter(innen), die Impulse der Tagung in die eigene Hochschule mitzunehmen und interkulturelle Aspekte in der Ingenieur(innen)ausbildung zu fördern.

Den Abschluss des Tages bildete der Empfang in der chinesischen Botschaft, der von Prof. Li Guoqiang (Bildungsabteilung der Botschaft China und Wegbegleiter der CDHAW) organisiert worden war. Hier fand ein intensiver Austausch mit anregenden Diskussionen zwischen den zahlreichen Studierenden und Absolvent(inn)en der CDHAW und den Tagungsgästen statt.


Beim Empfang in der chinesischen Botschaft.

Veranstaltet wurde die Tagung vom Deutschen Hochschulkonsortium für internationale Kooperationen (DHIK), einem Verbund von derzeit 25 deutschen Hochschulen, die gemeinsam Austausch- und Doppelabschluss-Programme mit ausländischen Universitäten in den angewandten Ingenieurwissenschaften durchführen. Das Hochschulkonsortium ist 2014 aus dem Konsortium der an der CDHAW beteiligten deutschen Hochschulen hervorgegangen. Die Programme verknüpfen das deutsche Fachhochschulmodell mit dem Hochschulsystem des Partnerlandes und damit die praxisnahe Ausbildung von Ingenieur(inn)en mit interdisziplinären Kenntnissen, internationalen Kompetenzen und Problemlösungsfähigkeiten für die Industrie und Wirtschaft beider Länder. Derzeit bestehen Kooperationen mit der Tongji-Universität in Shanghai (China) und dem Tecnológico de Monterrey (Mexiko).

 

Hintergrund:

Seit 2010 ist die htw saar Mitglied bei der Chinesisch-Deutschen Hochschule für angewandte Wissenschaften (CDHAW), die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem DAAD finanziell unterstützt wird.

Auf der Grundlage der Kooperationsvereinbarungen zwischen der Tongji-Universität Shanghai und dem DHIK bietet die CDHAW derzeit vier praxisorientierte Bachelor-Studiengänge mit ingenieurwissenschaftlicher Ausrichtung an, deren Curricula und Studieninhalte stark vom deutschen Fachhochschulmodell geprägt sind. Angeboten werden Fahrzeugtechnik, Mechatronik, Versorgungstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen.

Deutsche Studierende der deutschen Partnerhochschulen können an der CDHAW in allen vier Studiengängen einen einsemestrigen Studierendenaustausch oder einen zweisemestrigen Studienaufenthalt mit Doppelabschluss absolvieren. Die Studierenden verbringen dabei ein Semester an der Hochschule und im zweiten Semester absolvieren sie ein Praxissemester in der Industrie und schreiben dort idealerweise ihre Bachelor-Arbeit. Das Studium kann mit einem Bachelor of Engineering bzw. Bachelor of Management der Tongji-Universität abgeschlossen werden.

Die CDHAW bildet chinesische Studierende mit einem eindeutigen Deutschlandbezug aus, d.h. sie lernen die deutsche Sprache, ergänzt um eine umfassende interkulturelle Ausbildung und werden in einem Curriculum mit praxisorientierten Bausteinen (Grundpraktikum, Projektarbeiten, Industriepraktikum/ Bachelorarbeit) unterrichtet.

Mittlerweile haben insgesamt fast 1000 Studierende erfolgreich an dem Austausch teilgenommen. Bei den chinesischen Absolventinnen und Absolventen erwerben rund 80% einen chinesisch-deutschen Doppelabschluss der Tongji-Universität und einer deutschen Partnerhochschule, bei den deutschen Studierenden sind es derzeit rund 65% mit zunehmender Tendenz.

Die chinesischen und deutschen Alumni der CDHAW sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt, da sie aufgrund der praxisnahen Ausbildung, sprachlichen und interkulturellen Kompetenz sowie Auslandserfahrung an wichtigen Schnittstellen von Unternehmen zwischen China und Deutschland tätig sein können.

Webseite der CDHAW


Eingereicht von:

Anja Daniels
Deutsches Hochschulkonsortium für Internationale Kooperationen (DHIK)
t +49 (0) 621 / 29 26 38 8

Ergänzt durch:

Mike Herrmann, M.A.

htw saar
Goebenstraße 40
66117 Saarbrücken
Personalentwicklung Forschung
Raum 2222
t +49 (0) 681 / 58 67 -143