Aus zweisprachiger Theorie wird internationale Praxis

Binationales Masterstudium Maschinenbau des DFHI ist für PEMTec und die Hochschule eine Win-win-Situation und Standortvorteil.

 

Isolde Jochum arbeitet in Forbach, am Entwicklungs- und Produktionsstandort der PEMTec GmbH, die in Trier-Konz beheimatet ist. Das Maschinenbauunternehmen ist als Marktführer in der präzisen elektrochemischen Metallbearbeitung weltweit tätig. Gepemmte ® Teile fliegen heute schon ins All und wieder zurück. Je nach Anforderung oder Anspruch der Branche kommt die PECM-Technologie passgenau zum Einsatz. Von Automotive bis Medizintechnik, weltweit werden Werkstücke mit PEMTec-Maschinen hergestellt. High Precision Technology ist der Claim der Firma und den μm-Bereich leben sie hier im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Frankreich. Unabdingbar, weil es hier um absolute Präzision geht.

Basis ist die Präzisionstechnologie
Bei PECM handelt es sich um ein spezielles Verfahren, bei dem Metallteile berührungslos und präzise bearbeitet werden. Zwischen einer negativ gepolten Werkzeugelektrode (Kathode) und einem positiv gepolten Werkstück (Anode) wird ein elektrisch leitfähiger Elektrolyt (Salzwasser) eingebracht und mit Hilfe eines gesteuerten Stromimpulses die Gegenform der Elektrode abgebildet. Das PECM-Verfahren stellt damit eine Weiterentwicklung des elektrochemischen Senkens dar. Dadurch, dass PEMTec-Maschinen einen genauen Stromimpuls und eine oszillierende Werkzeug-Elektrode einsetzen, wird die Basis für einen sehr kleinen Arbeitsspalt geschaffen. Damit kann hochpräzise und wirtschaftlich gefertigt werden, ohne prozessbedingten Werkzeugverschleiß. Absolut berührungslos und ohne thermische oder mechanische Einflüsse entstehen Werkstücke mit einer Abbildegenauigkeit und Wiederholbarkeit von 2-5 μm. Die selbst entwickelten Maschinen bieten gegenüber herkömmlichen Fertigungstechniken einzigartige Möglichkeiten. Diese Technologie macht die Maschinen so außergewöhnlich, denn die Präzision macht den Unterschied.

Mit 20 Jahren Entwicklungsarbeit ist die PEMTec heute einer der Technologieführer für die präzise elektrochemische Metallbearbeitung. Das Wort „Pemmen“® haben sie geschaffen und geschützt, um die Technologie PECM klar zu beschreiben und eindeutig abzugrenzen. Entwicklung und Innovation werden stets vorangetrieben, um auch weiterhin die Qualität und besten Ergebnisse den weltweiten Kunden bieten zu können.


Abbildung 1: Diplom-Ingenieurin Isolde Jochum, Projektleiterin International am PEMTec-Standort in Forbach, Frankreich

Die Freiheit, persönliches Potenzial zu entfalten
Das internationale Umfeld ist es, was Isolde Jochum schon immer interessiert hat. Mit dem anerkannten binationalen Maschinenbau-Master in der Tasche machte sie sich auf in die weite Welt. Am Anfang ihres Berufsweges stand direkt ein Global Player: Daimler. Ein Traumjob für jeden, der seinen Abschluss geschafft hat und seine berufliche Karriere nach dem Studium beginnt. Darauf folgt ein Pharmaunternehmen in Baden- Württemberg. Doch die Sehnsucht nach der deutsch-französischen Region wurde immer lauter und dann rief PEMTec. Eine Position, die zwei Möglichkeiten bot, nämlich gleichzeitig in der Entwicklung und Anwendung zu arbeiten. So war der Entschluss schnell gefasst und Frau Jochum arbeitet seit nunmehr fünf Jahren im Unternehmen. Und bei PEMTec ist sie eine von vier Absolventen des DFHI.

Eine fruchtbare Kooperation
Hochschule und Unternehmen arbeiten und kooperieren eng miteinander, insbesondere im Bereich der Master-Absolventen. Einmal jährlich werden die Studierenden des Fachbereiches Maschinenbau nach Forbach eingeladen und erleben einen Tag lang die Welt von PEMTec. Zunächst werden in einem Vortrag die Technologie, Anwendungsfelder und -gebiete erläutert und gezeigt. Danach geht es zur Besichtigung des Werkes und zum Abschluss dürfen die Studierenden unter Anleitung sich selbst versuchen, mit der Technologie anfreunden und deren Einsatz ausprobieren.


Abbildung 2: Fertigt präzise Werkstücke von Automotive bis Medizintechnik: die PEM 800 S

So wird anschaulich aus Theorie Praxis. Die zweisprachige Basis hierfür legt das Deutsch-Französische Hochschulinstitut für Technik und Wirtschaft mit der Ausbildung hochqualifizierter Maschinenbauingenieurinnen und -ingenieure. Diese sind wiederum für regional ansässige Unternehmen wie die PEMTec ein großer Glücksfall und die notwendige personelle Ressource, um innovative Technologien zu entwickeln und zu produzieren. Damit ein Gewinn für alle.