Projekt: SolWP-Hybrid

Solare Wärmepumpensysteme als Beitrag zur Energiewende

 

Die Energiewende bezeichnet den Übergang von der nicht-nachhaltigen Nutzung fossiler Energieträger sowie der Kernenergie zu einer nachhaltigen Energieversorgung mittels erneuerbarer Energien. Durch diese Wende sollen die ökologischen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Probleme minimiert werden, deren Folgekosten von der konventionellen Energiewirtschaft derzeit weitgehend externalisiert werden und langfristig großen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten. Die Endlichkeit fossiler Energieträger sowie die Risiken der Kernenergienutzung stellen weitere Gründe für die Notwendigkeit einer Energiewende dar. Die Energiewende umfasst die drei Sektoren Strom, Wärme und Mobilität, langfristig auch die Abkehr von der stofflichen Nutzung fossiler Rohstoffe.

Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien im Stromsektor sind in den vergangenen Jahren Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins geworden, so findet das Energiesparen z. B. bei Beleuchtung, Haushaltsgeräten und Kommunikationselektronik durchaus Beachtung, ebenso werden Ökostrom-Angebote genutzt. Dies ist beim aktuellen Strommix aus konventionellen und erneuerbaren Energieträgern in Deutschland mit einem aktuellen Primärenergiefaktor von 1,8 entsprechend EnEV (1) sehr begrüßenswert. Aufgrund aktueller Ereignisse und Problematiken haben auch das Thema Mobilität und der Ausbau der Elektromobilität eine relativ hohe Medienpräsenz.


Endenergieverbrauch nach Anwendungsbereichen 2016 - Private Haushalte, Jonas Heintz

Dagegen rückt der Wärmesektor für Privatpersonen erst dann in den Vordergrund, wenn Gebäude saniert bzw. neu gebaut werden. Da die Kosten für fossile Brennstoffe aktuell relativ niedrig sind, fehlt häufig ein Bewusstsein hinsichtlich der Größenordnung des Wärmebedarfs der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses. Vom Verbraucher wird meist unterschätzt, dass das Potential der dezentral möglichen Energieeinsparung und Reduzierung der CO2-Emissionen durch direkte Substitution fossiler Energieträger im Bereich der Raumwärme und Warmwasserbereitung mit einem Anteil von insgesamt 84 % am Endenergieverbrauch eines durchschnittlichen Privathaushaltes sehr hoch ist. Ohne die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben würden sich derzeit v. a. Idealisten mit dem Einsatz erneuerbarer Energien im Bereich der Wärmeversorgung von Gebäuden beschäftigen. Der treibende Akteur hinter diesen Vorgaben ist dabei die EU-Kommission, deren Rechtsvorschriften dann eingreifen, wenn die Interessen der EU auf nationaler Ebene nicht effizient behandelt werden und langfristig das Wohlergehen ihrer Bürgerinnen und Bürger vernachlässigt wird.

Titelbild: Unterschiedliche Photovoltaisch-Thermische (PVT)-Kollektoren auf dem Outdoor-Leistungsprüfstand des Labors für Solare Energiesysteme im Hochschultechnologiezentrum der htw saar, Frank Rückert

(1) Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung - EnEV) - Anlage 1 - Anforderungen an Wohngebäude, 2016

 

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